Revolution im Wald

330.000 Hektar Waldfläche bewirtschaftet Forst Baden-Württemberg, kurz ForstBW. Für die Forstwirtinnen und Forstwirte steht dabei nicht nur die Holzernte im Fokus, sondern auch die Forstpflege, die physisch herausfordernd sein kann. Durch innovative Ansätze ändert sich das künftig. In einem wegweisenden Pilotprojekt erproben die Forstwirtinnen und Forstwirte von ForstBW die Einsatzmöglichkeiten der neuesten Akku-Geräte und der Ladeinfrastruktur von STIHL.

Eine kleine, rustikale Holzhütte inmitten der Oberrheinebene. An den Fenstern hängen rotkarierte Gardinen. Um das Häuschen herum versammelt: fünf Männer in Arbeitskleidung. Schwarz-orange, markante Farben: Sie deuten auf ForstBW hin, den Staatsforstbetrieb des Landes Baden-Württemberg. Neben den Forstwirten steht ein offener Transporter, beladen mit einer üppigen Auswahl an orangefarbenen STIHL Akkus, Geräten und Lademanagementlösungen. Das ist sie also, die mobile Ladeinfrastruktur für die Akku-Geräte.

„Den Transporter können wir in unserer Werkstatt an die Steckdose anschließen. So können wir die Akkus über Nacht laden“, sagt einer der Männer. Er heißt Lothar Ziser und gehört zur Gruppe der Forstwirte, die seit Mai in einem Pilotprojekt von ForstBW und STIHL testen, wie gut die Ladeinfrastruktur und die Akku-Geräte von STIHL in der professionellen Forstpflege funktionieren.

Teambesprechung: Die Forstwirte teilen die Aufgaben auf und planen den Tag (von links nach rechts: Lothar Ziser, Daniel Barlay, Markus Bayer, Alexander Dick).
Bevor es in den Wald geht, belädt Forstarbeiter Lothar Ziser das Fahrzeug mit mobiler Ladeinfrastruktur, die STIHL eigens für ForstBW zusammengestellt hat.

Profis diskutieren Bedürfnisse

Im November 2022 begannen die ersten Gespräche zwischen STIHL und ForstBW. „Wir diskutierten über die technischen Bedürfnisse für die Arbeiten im Bereich der Forstpflege und darüber, wie sie am besten mit Akku-Technologien und nicht mehr durch benzinbetriebene Gerätschaften erfüllt werden können“, sagt Konrad Leicht, Projektleiter auf Seiten von ForstBW. „Gemeinsam wurde von STIHL und ForstBW eine Auswahl an STIHL Akku-Geräten und Ladeinfrastruktur getroffen, die an die gewohnte Verbrenner-Welt anknüpft, aber auch Neues mitbringt.“

Die Akku-Geräte haben wesentliche Vorteile gegenüber Benzin-Geräten. Unter anderem weniger Lärm und weniger Vibrationen, was den Forstwirtinnen und Forstwirten sehr positiv auffällt. Weiterhin sind sie vom STIHL Forstgurt ADVANCE X-TREEm HT in Verbindung mit dem Akku-Pflegegerät STIHL HTA 150 begeistert. Hier wird ermöglicht, das Gerät mit einem angebrachten Flexband am Gurt einzuhängen und dadurch das Gerätegewicht, bei gleichzeitig hoher Bewegungsfreiheit, auf den Körper zu verteilen. In der Kultursicherung schätzen die Forstwirte den wendigen Akku-Heckenschneider HLA 135 K, wo bisher der Benzin-Freischneider mit Häckselmesser dominierte. Diese Aspekte sollen jetzt auch das Arbeitsleben im Forstpflegebereich erheblich erleichtern.

Dem Forstbetrieb liegt das Pilotprojekt mit STIHL besonders am Herzen. „ForstBW prophezeit der Akku-Technologie kurz- bis mittelfristig standardmäßig in der Forstpflege Einzug zu halten. Die Geräte und die Arbeitsweisen mit ihnen haben bereits jetzt das Potenzial, in professionellen Forstbetrieben erfolgreich eingesetzt zu werden“, sagt Konrad Leicht.

»Früher haben wir alles mit Benzinern gemacht, aber seit wir die Akku-Geräte haben, sind wir viel zufriedener.«
LOTHAR ZISER
Forstwirt ForstBW

330000

HEKTAR WALDFLÄCHE
bewirtschaftet ForstBW in Baden-Württemberg.

Die Mitarbeitenden seien allerdings zunächst skeptisch gewesen, erinnert sich Leicht. Ihre Sorge: Können sie die Arbeitsaufgaben tatsächlich ohne Benzin-Betrieb stemmen? „Die STIHL Benzin-Geräte sind sehr gut und effizient“, sagt Leicht. „Deshalb konnten sich die Kolleginnen und Kollegen kaum vorstellen, sie durch Akku-Produkte zu ersetzen.“

Eine weitere Befürchtung war, dass die Akkus nicht lange halten und die Arbeit immer wieder unterbrochen werden muss. Diese Bedenken stellten sich jedoch schnell als unbegründet heraus. „Die Forstwirte mussten vorher ja auch die Benzin-Geräte immer wieder befüllen“, sagt Leicht. „Jetzt gehen sie zur Ladestation und wechseln unkompliziert den Akku, der recht lange hält.“

Verbringen die Forstwirte eine etwas längere Zeit im Wald, haben sie in Verbindung mit dem STIHL Hüftgurt ADVANCE X-Flex als Teil des modularen Gurtsystems und den einfach clipbaren Akku-Tragetaschen ihre nötigen Ersatz-Akkus trotzdem immer griffbereit.

Praktisch unterwegs: Mit der mobilen Ladeinfrastruktur von STIHL haben die Forstarbeiter jederzeit die passenden Akkus dabei.
»Wir wollten mit den Anwenderinnen und Anwendern gemeinsam herausfinden, welche Vorteile die Akku-Technologie von STIHL für ihre tägliche Arbeit bringen kann.«
MICHAEL VARGA
Projektmanager bei STIHL

Die Akku-Geräte im Praxistest

Das Team lädt die nötigen Akku-Geräte in den Transporter. Es geht noch tiefer in die Auwaldbereiche des Oberrheingrabens, die Wege werden schmaler und matschiger. Am Waldrand tauchen immer wieder handgeschnitzte Holzfiguren auf: Giraffen, ein Schornsteinfeger, ein Elefant. Plötzlich hält der Transporter. Die Männer steigen aus, schnallen sich schwarz-orange STIHL Tragesysteme um, setzen ihre Headsets auf und statten sich mit Gerätschaften aus, darunter Akku-Sägen, Akku-Motorsensen und Akku-Hochentaster, die zum Teil drei Meter lang sind. „Die Headsets tragen wir aus Sicherheitsgründen, damit wir uns auch über die Distanz im Wald untereinander verständigen und vor Gefahren warnen können“, sagt Forstarbeiter Lothar Ziser.

Die Männer beginnen mit der Arbeit. Doch anstelle des gewohnten Brummens der Kettensägen ist nur ein leichtes Surren zu vernehmen. Es ist angenehm leise. Viel leiser, als man es von den typischen Verbrennersägen kennt. „Früher haben wir alles mit Benzinern gemacht, aber seit wir die Akku-Geräte haben, sind wir viel zufriedener. Sie sind unter anderem leichter und die Leistung ist auch super“, schwärmt Ziser.

Lothar Ziser beginnt mit der Pflege eines jungen Buchenbestands. „Wir führen Pflege- und Rückbauarbeiten durch, setzen neue Pflanzen, begründen Waldbestände und kümmern uns um die Holzernte“, sagt er. „Für die Jungbestands- und Jungwuchspflege sind die Akku-Geräte ideal“, sagt Forstwirt Alexander Dick.

»Die Geräte und die Arbeitsweisen mit der Akku-Technologie haben bereits jetzt das Potenzial, in professionellen Forstbetrieben erfolgreich eingesetzt werden zu können.«
KONRAD LEICHT
Projektleiter ForstBW

Doch war die Umstellung von Benzin auf Akku im Profibereich wirklich so einfach? „Ich war anfangs schon skeptisch. Aber ich muss sagen, ich bin positiv überrascht. Die Akku-Geräte sind sehr leistungsstark und angenehm zu bedienen. Vor allem, weil sie so leise sind. Man hört die Vögel zwitschern und kann sich besser mit den Kollegen austauschen“, sagt Alexander Dick. Die bisherigen Ergebnisse zeigen demnach, dass die Arbeit in der Forstpflege mit Batterieantrieb zum Teil sogar besser funktioniert als mit Benzin-Motor und Vorteile mitbringt. Außerdem können die gewohnten Tätigkeiten aus der Verbrennerwelt nun mit der Akku-Ausstattung unterbrechungsfrei und ohne Änderungen an den Arbeitsabläufen erledigt werden. Denn im Transporter sind bereits geladene Akkus verfügbar.

»Für die Jungbestands- und Jungwuchspflege sind die Akku-Geräte ideal.«
ALEXANDER DICK
Forstwirt ForstBW

STIHL lernt mit den Anwendungen

Michael Varga ist Projektmanager bei STIHL und betreut das ForstBW-Projekt federführend: „Wir wollten mit den Anwenderinnen und Anwendern gemeinsam herausfinden, welche Vorteile die Akku-Technologie von STIHL für ihre tägliche Arbeit bringen kann. Und es hat sich gezeigt: In der Forstpflege bei ForstBW ist die Verbrennerwelt durch die Akku-Welt von STIHL ersetzbar.“

Durch das Kooperationsprojekt lerne STIHL viel. So könne das Unternehmen künftig Produkte zielgerichtet weiterentwickeln und an die Bedürfnisse der Anwenderinnen und Anwender anpassen. „Die Mitarbeitenden im Forst wissen aus eigener Erfahrung, was sie brauchen oder nicht brauchen. Ihre Rückmeldung ist entscheidend“, sagt Varga. Der Grundsatz laute: „Von den Anwendenden für die Anwendenden.“

STIHL begleitet ForstBW durch Besuche vor Ort, dokumentiert Ergebnisse und nimmt Feedback auf. „Alle Daten werden sorgfältig ausgewertet und fließen in die weitere Entwicklung der Akku-Produkte und der Ladeinfrastruktur ein“, sagt Varga.

Bei der Gelegenheit äußert Forstwirt Alexander Dick einen Wunsch: „Bei dickeren Durchmessern, wie bei der Holzernte, sind die Akku-Geräte noch im Nachteil.“ Er hofft hier auf eine baldige Lösung mit Batteriebetrieb. STIHL hat das Thema längst auf der Agenda: „Die Holzernte mit Akku-Technologie zu bewältigen ist eine Herausforderung, birgt für uns aber auch großes Potenzial“, sagt Michael Varga.

ForstBW bewirtschaftet den baden-württembergischen Staatswald mit einer Gesamtfläche von 330.000 Hektar. Dieses Gebiet teilt sich in 21 Forstbezirke auf, die über das gesamte Land verteilt sind. Im Durchschnitt umfasst ein einzelner Forstbezirk zwischen 13.000 und 17.000 Hektar Waldfläche. In einem Forstbezirk sind etwa 20 bis 40 Forstwirtinnen und Forstwirte beschäftigt.

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